2017 - 1 Ausstellung Hongkong

NH Ausstellung Archiv1Ausstellung „Ein Engel in Hongkong“ im Wismarer Stadtarchiv


 

Für das Stadtarchiv und den Wismarer Archivverein fängt das Jahr mit einer weiten Reise an. Natürlich nur symbolisch: am 31. Januar um 19 Uhr wird die Fotoausstellung „Ein Engel in Hongkong“ eröffnet.

Die Fotos stammen von Lilly Engel. Die 19jährige ist gleich nach der Schule für zwei Monate nach Hongkong gereist, um dort ein Praktikum im Management eines großen Einzelhandelsunternehmens zu machen. Von der Kleinstadt Mölln nach Hongkong. Nun ist sie in Wismar und macht im Archiv ein freiwilliges Jahr in der Denkmalpflege. Und zeigt ihre Sicht auf die Großstadt.

„Ende September bin ich hingeflogen und war bis Anfang September dort“, erzählt sie. Das Schwerste: die Unterbringung. „Eine frühere Praktikantin hat mir glücklicherweise geholfen, ein Zimmer zu finden. Das ist echt schwer in Hongkong!“ Sie ist in einer WG mit fünf Studenten untergekommen und war glücklich über das acht Quadratmeter große eigene Zimmer. Von Mölln nach Hongkong: „Das war eine 180 Grad-Wendung. Aber ich war nicht geschockt, ich hatte vorher nicht viel nachgedacht über das, was mich erwarten könnte. Das war wohl ganz gut so“, lacht Lilly Engel und erzählt vom Kulturschock anderer. Und von der Weltmetropole: „Es ist voll, überall sind Menschen. Immer! Und es ist wohl die lauteste Stadt der Welt.“

Eine große Umstellung war das Essen. „Man findet kaum internationale Gerichte, nach einiger Zeit hatte ich aber mal wieder Lust auf etwas anderes als Reis. Ich habe dort jeden Tag gefühlt mehrere Kilogramm Reis gegessen!“ Die Einblicke in die Mentalität der Chinesen und auch in ihre Arbeitswelt waren für die junge Frau interessant. Das Leben in der Großstadt sowieso: „Ich habe gemerkt, dass mir die Zeit dort bestimmte Ängste genommen hat. So eine Reise hilft, gelassener zu werden. Dort hat sich alles, vor dem ich vorher Angst hatte, zurecht gerückt. Ich mache mir nun nicht mehr so viele Gedanken, was alles passieren könnte. Denn es ist nicht so schlimm, wie man denken könnte! Und es klappt schon alles.“ Ein gutes Lebensgefühl für eine 19jährige: „Ich hoffe, dass ich mir dieses Gefühl beibehalten kann!“

Gut 1000 Bilder hat sie in Hongkong und Umgebung gemacht, die Auswahl für die Ausstellung im Archiv fiel schwer. „Ich möchte nicht nur die Stadt zeigen, sondern auch, wie viel Natur dort ist! Es gibt in Hongkong nicht nur Hochhäuser, sondern auch viele Strände und tolle Wanderwege, das denkt man gar nicht!“ Auch nicht, dass es weit schwerer war, sich nach den zwei Monaten wieder in Deutschland einzufinden.

Die Ausstellung ist bis zum 30. März zu den normalen Öffnungszeiten des Archivs zu sehen.